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KAST-Klassifikation und Verband


Verfasst am: 21. 09. 2011 [12:48]
Beitrag:
beate
Themenersteller
Dabei seit: 26.08.2011
Beiträge: 7
Viele Zentren wenden die KAST-Klassifikation der GHEAP an. Leider ist sie noch nicht in einem EDV-System hinterlegt, aber wir hoffen, dass dies bald möglich sein wird.
Welche Erfahrungen haben Sie mit dieser Klassifikation gemacht?
Welche Verbände wählen Sie anhand der Klassifikation?
Verfasst am: 21. 09. 2011 [17:51]
Beitrag:
marvin
Dabei seit: 29.08.2011
Beiträge: 7
Hallo Beate,
vorerst wie üblich die Eingewöhnung im Team war etwas träge. Dann aber sehr gut angenommen um die Wundstadien einheitlich festzulegen und zu reagieren, ab wann vor allen dingen.
Primär verbinden wir alle Exits mit Viggoverbänden. Sehr gute Erfahrungen. Sobald eine Kast-Infektion entstanden ist, versorgen wir den Exit mit Schlitzkompressenverbänden.
Während der Dialysebehandlung versorgen wir die Wunde mit Lavaseptgel, eine halbe Stunde Einwirkzeit. Anschliessend trockener Verbandsabschluss. Nur an Dialysetagen.

Marvin Breckling
Fachpfleger Nephrologie
Verfasst am: 26. 09. 2011 [11:42]
Beitrag:
Timo
Dabei seit: 22.09.2011
Beiträge: 76
Mir scheint wichtig, daß die gemeinsame Sprache über die Klassifikation eingeübt werden muss, so daß jeder nach gleichen Kriterien klassifiziert. Das kann man schön innerhalb von Dienstbesprechungen einüben. Diese Dokumentation muss diszipliniert durchgeführt werden, nach festen Rhytmen, so daß auch Entwicklungen sichtbar werden (und nicht erst, wenn eine Infektion vorhanden ist). Dann ist die Klassifikation ein wertvolles Instrument.

Timo Meusel
Fachkrankenpfleger Nephrologie
Qualitätsmanager
Verfasst am: 21. 11. 2011 [07:48]
Beitrag:
spindler
Dabei seit: 18.11.2011
Beiträge: 31
Hallo Marvin,
der Verband bei infektbedrohter KAST muss bei jeder HD gewechselt werden. Es sollten KEINE Schlitzkompressen zum Einsatz kommen, da diese verkleben können, beim Entfernen können Fäden der Schlitzkompresse zurückbleiben und bei Wundsekret kann die Schlitzkompresse (im trockenen Zustand) zu mechanischer Reizung an der KAST beitragen (Kante der Kompresse wird sehr hart durch trockenes Wundsekret).
Bei infektbedrohter KAST sollen sterile Wundbettpflaster (ausreichend dimensioniert) eingesetzt werden, z.B. Mepore steril oder andere Produkte. Diese können atraumatisch angebracht und auch entfernt werden.

Beate
Verfasst am: 21. 11. 2011 [20:55]
Beitrag:
marvin
Dabei seit: 29.08.2011
Beiträge: 7
Hallo Beate, haben die Schlitzkompressen abgesetzt. Guter Einwand. Bei entzündlichen Kast wäre ein täglicher VW auch sicherlich sehr gut, nur nicht praktikabel. Was nimmt ihr als Antiseptikum local um einen entzündlichen Kast noch zu retten?

Marvin Breckling
Fachpfleger Nephrologie
Verfasst am: 01. 12. 2011 [17:23]
Beitrag:
Timo
Dabei seit: 22.09.2011
Beiträge: 76
Hallo,
wir benutzen ebenfalls sterile Wundbettpflaster. In der Einheilungsphase sowieso, bei Infekt-Komplikationen ebenso. Bei reizlosem KAST lassen wir während der HD das Wundbettpflaster teilweise ab, und decken mittels Schlitzkompressen ab, damit die Haut sich während der HD "erholen" kann. Ich bin damit aber auch nicht 100%ig zufrieden.
Was habt ihr für Alternativen bei gereizter (durch Pflaster) Haut?
Auch mich würde interessieren, ob es Alternativen zu Octenisept und Co. bei entzündeten KASTs gibt.

Timo Meusel
Fachkrankenpfleger Nephrologie
Qualitätsmanager
Verfasst am: 14. 02. 2012 [11:27]
Beitrag:
Timo
Dabei seit: 22.09.2011
Beiträge: 76
Hallo,
wir haben die Schlitzkompressen ebenfalls aus der Versorgung in der Regelnutzung verbannt.

Bei den permanenten VHK nutzen wir nocvh keine Transparent-Pflaster, bei Shladonkathetern werden die üblichen Braunülen-Pflaster (transparent) benutzt.
Das Problem. das ich habe: Wenn ich den Katheter nach HD z.B. mit "Tapetenpflaster" fixiere, so entferne ich den Transparentverband bei der nächsten HD meistens mit, weil das Fixierungspflaster so stark haften bleibt. Eure Erfahrungen und Lösungsmöglichkeiten. Ich finde es bei den Akut-Kathetern einen entscheidenen Vorteil, den Verband nicht täglich wechseln zu müssen.

LG Timo

Timo Meusel
Fachkrankenpfleger Nephrologie
Qualitätsmanager
Verfasst am: 15. 02. 2012 [18:09]
Beitrag:
spindler
Dabei seit: 18.11.2011
Beiträge: 31
Hallo Timo,

wenn Umstände dazu beitragen, dass der Folienverband zu jeder HD gewechelt werden muss, weil sich die Folie löst, dann sollte aus Kostengründen auf ein steriles Wundbettpflaster gewechselt werden. Beide Verbände (steriles Wundbett, sterile Folie) haben keinen Einfluss auf den KAST. Deswegen können beide gleichwertig eingesetzt werden. Die KAST-Pflege (wischen, etc.) beeinflusst das KAST-Ergebnis. Je häufiger gewischt (gepflegt) wird, desto größer ist das Keimspektrum und die Keimzahl (siehe Kühne-Ponisch, 1999, Einfluss der Verbände auf die Insertionsstelle).
Man kann z.B. das sterile Wundbettpflaster wechseln, ohne das am KAST "gepflegt" bzw. desinfiziert wird. Eine KAST-Pflege ist einmal pro Woche bei reizlosem KAST ausreichend.

Beate
Verfasst am: 15. 02. 2012 [22:56]
Beitrag:
Timo
Dabei seit: 22.09.2011
Beiträge: 76
Hallo Beate,
werden da Shaldonkatheter genauso behandelt wie permanente VHK? (Desinfektion 1mal/ Woche).
Wo genau finde ich diese Studie. Wenn ich das als Standard festlege, muss ich eine validierte Richtlinie als Begründung haben, sonst macht mir der Auditor den Audit-Tag miesicon_biggrin.gif

LG Timo

Timo Meusel
Fachkrankenpfleger Nephrologie
Qualitätsmanager