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Thema mit vielen Antworten

Shuntbewertung


Verfasst am: 29. 03. 2012 [18:20]
Beitrag:
Christoph
Dabei seit: 27.03.2012
Beiträge: 35
Hallo Timo,
zuerst muss ich sagen das da ganz viel persönliches Engargement dazu gehört, von der anderen Seite wurde ich von meinem Arbeitgeber dazu angeregt so etwas zu implementieren. Ich finde auch jederzeit Unterstützung wenn es Probleme gibt, sprich Shuntsono oder Flussmessungen.
Als ich begann sah die Situation nicht so gut aus, viele Arealpunktionen. Seit dem wir begonnen haben wurde es besser, das liegt auch sicher ein Stück daran das ich nicht nur beratend sondern auch mahnend zur Seite stehe. Das ruft sicher einen gewissen Ansporn bei den Kollegen hervor.
Was mich jeden Tag motiviert ist die Tatsache das wir als Punktierende eine Shuntverschluss 30% mit verursachen.( Zitat Dr Kroger Bad Hersfeld). Bis jetzt gab es nur positive Rückmeldung, sowohl von Patienten als auch von Mitarbeiter(rinnen).
LG Christoph
Verfasst am: 01. 04. 2012 [13:44]
Beitrag:
Timo
Dabei seit: 22.09.2011
Beiträge: 76
Hallo Christoph,

ich stimme Dir zu 100% zu! Die Entwicklung des Shunts wird zu einem großen Teil von unserer Arbeit getragen. Ich beobachte leider nur allzu oft, wie sich Shunts im negativen Sinne entwickeln, UND DAS GEHT SO SCHNELL! Die gute Entwicklung des Shunts muss von der ersten Punktion an kontrolliert geleitet werden. Das heißt, entsprechend festgelegte, transparente Prozesse (Pflegestandards, übergeordnete Verfahren, entspr. Strukturen) müssen gelebt werden. Die Leitungsebene muss das vorleben und transportieren, es muss Kontrollmechanismen im Sinne einer Qualitätssicherung geben und - ganz wichtig - jeder Mitarbeiter muss das Wissen um diese Sachverhalte haben.

Habt ihr euer Vorgehen standardisiert, inwieweit ist das in eurem QM-System integriert und festgelegt?

LG
Timo

Timo Meusel
Fachkrankenpfleger Nephrologie
Qualitätsmanager
Verfasst am: 01. 04. 2012 [14:37]
Beitrag:
Christoph
Dabei seit: 27.03.2012
Beiträge: 35
Die Punktin ist in einer AA festgeschrieben. Eigentlich sollte jeder die Technik leben aber es ist wie immer... Ich hätte gerne das unsere Ärzte bei der Visite etwas mehr darauf eingehen (Shuntvisite), denn ich kann ja nicht überall sein. Ich halte auch regelmässig an unseren Teamtagen Fortbildungen über Punktionstechnik und Shuntentwicklung damit alle den gleichen Stand haben.
Aber wie so oft wird auch hier die Zeit als Grund für eine Arealpunktion vorgeschoben.
Ich bin als QM- Beauftragter für das Shuntmanagment zuständig. Aber was da genau passieren soll steht da nicht. Also habe ich mit Bilddokumentation, Fortbildungen, Workshops für neue Mitarbeiter und Hilfestellung bei schwierigen Punktionen begonnen. Da auch bei und der Leistungsdruck immer höher wird ist das nicht ganz einfach.
LG Christoph
Verfasst am: 21. 02. 2013 [18:21]
Beitrag:
Carmen
Dabei seit: 19.02.2013
Beiträge: 4
Hallo,
gerne hätte ich hier die Fotodokumentation einer Knopflochpunktion eingepflegt - doch leider kann ich keine Bilder hier hochladen beziehungsweise Euch zur Verfügung stellen.

Hier ein kurzer Abriss unseres Leitfadens zur Fotodokumention:

 Foto vom Fistelarm machen. Die Position des Fistelarms muss sichtbar sein.
 Das Foto bearbeiten, drucken und in Pflegedokumentation legen
 Auf dem Foto muss vorhanden sein:
-Name, Vorname und Geburtsdatum des Patienten
-Fisteltyp und Fistellage
-arterieller und venöser Punktionsort eingezeichnet
-Punktionswinkel
-Datum beifügt
 Foto in PC-Ordner ablegen unter: NEPH_PFLEGE, Zugänge (evtl. im NephDIS unter Zugänge einfügen).
 Verlaufsprotokoll vorbereiten
Verfasst am: 04. 03. 2013 [05:28]
Beitrag:
Timo
Dabei seit: 22.09.2011
Beiträge: 76
Hallo Carmen,

Fotodoku finde ich mittlerweile auch absolut gut. Wir wollen so etwas bei uns auch einführen. Ich versuche das zusammen mit einer regelmässigen Shuntvisite und entspr. Teambesprechungen bei uns einzuführen. Villeicht können wir uns darüber nochmal austauschen?

LG Timo

Timo Meusel
Fachkrankenpfleger Nephrologie
Qualitätsmanager
Verfasst am: 12. 03. 2013 [17:15]
Beitrag:
Christoph
Dabei seit: 27.03.2012
Beiträge: 35
Ich mache das ähnlich wie Carmen,auf den Shuntarm wir mit einem Fettstift die Anastomose, die Shuntstrecke und die Punktionsstrecke eingezeichnet. Der Patientenaufkleber kommt noch dazu und mit einem Maßband wir das Foto zusätzlich versehen.
Nun wird das Foto ausgedruckt und zur Patientenkate geheftet. Zusätzlich kommt es noch ins Nephro unter Zugänge des Patienten. Jetzt ist es möglich Veränderungen zu vergleichen und Fehlentwicklungen gegen zu steuern.
Verfasst am: 22. 08. 2016 [14:34]
Beitrag:
viktoria
Dabei seit: 22.08.2016
Beiträge: 4
Hallo!
Ich habe eure Einträge gelesen und finde diese sehr spannend - da auch ich in den letzten Jahren an einem interdisziplinären Shuntmonitoring (im Prozess sowie EDV-Dokumentation) arbeite.
Wir führen den Elevationstest nicht standardisiert durch, dieser wurde aber in das Protokoll miteingearbeitet und die Mitarbeiter dbzgl. geschult.
Auch wir machen eine Fotodokumentation bei Aufnahme bzw. nach Shuntanlage, alle 6 Monate sowie bei Veränderungen oder um Punktionsstellen/Verläufe der Shuntstrecke bildlich darstellen zu können.
Alle Angaben zum Shuntgefäß, Besonderheiten zur Punktion (auch Knopflochpunktion), klinische Shuntbewertung, dynamisches Druckmonitoring, Shuntflussvolumenmessung (mittels Transonic bei Bed./alle 3 Monate), Ergebnisse des Ultraschalls,... werden in diesem Schirm zusammenfassend dokumentiert.
Eine "typische Pflegeplanung" führen wir derzeit nicht. Ich habe jedoch geplant ein Dokumentationstool auszuarbeiten, welches den Pflegeprozess einer chronisch ambulanten Dialyse sinnvoll angepasst ist.
Aber wie ihr schon geschrieben habt - all diese Richtlinien und Leitlinien bringen nichts, wenn die einzelnen Mitarbeiter dies nicht leben bzw. sich das Engagement nicht durchs ganze Team hindurchzieht - daher ist es wichtig, das Team dahingehend immer wieder auf die Wichtigkeit des Themas (und natürlich auch andere) zu sensibilisieren...
glg viktoria
Verfasst am: 24. 08. 2016 [15:06]
Beitrag:
Timo
Dabei seit: 22.09.2011
Beiträge: 76
Hallo Viktoria,

das Forum lebt ja noch. Ich war ganz erschrocken, als ich gelesen habe, daß jemand geantwortet/ gepostet hat icon_wink.gif

Wird eure Dokumentation auch genutzt? Damit meine ich, werden eure Beobachtungen und Dokumentationen auch bewertet, werden Maßnahmen abgeleitet? Sind die verantwortlichen Ärzte involviert? Wenn ja, was für eine Kommunikations-Plattform nutzt ihr (Teamgespräche, EDV etc.)?

VG

Timo

Timo Meusel
Fachkrankenpfleger Nephrologie
Qualitätsmanager
Verfasst am: 24. 08. 2016 [15:19]
Beitrag:
viktoria
Dabei seit: 22.08.2016
Beiträge: 4
Hi Timo!

icon_smile.gif ja, eure Einträge sind schon ne Zeit her. Ich bin jeden Tag mit diesen Themen beschäftigt, dass es mich so gefreut hat, von anderen zu lesen, die sich darüber Gedanken machen und mich mit euch austauschen zu können. icon_smile.gif

Also das Shuntprotokoll gibt es jetzt seit ca. 2 jahren und wurde immer wieder evaluiert und optimiert. man könnte einzelne Details auswerten, dies wurde aber noch nicht eingerichtet.
Auffälligkeiten bei tagtäglichen Behandlungen werden immer gleich zwischen Arzt und Pflege besprochen. Wir führen auch 2x/Woche eine interdisziplinäre PatientInnenbesprechung, in diesem Rahmen berichten wir dann auch über Besonderheiten der Shuntsituation. Ebenso werden bei Routinemessungen die Ergebnisse zusammengefasst, die Langzeitwerte verglichen u interdisziplinär bzw. ärztlicher Seite das weitere Procedere festgelegt.

Dokumentiert wird bei uns alles auf EDV Basis.

glg viktoria